|
Gewalt in Computerspielen
Umstritten ist das Problem der Gewalt. Tatsächlich sind eine
Vielzahl von Computerspielen sog. "Ballerspiele", bei dem
Gegner jeglicher Art abzuschießen sind. Einige Autoren betonen,
daß Kinder und Jugendliche hierdurch zu gewaltsamen Konfliktlösungsstrategien
erzogen werden. Solche Kausalitätsbeziehungen wurden in den USA
empirisch nachgewiesen in einer großangelegten Untersuchung von
1972 zwischen Fernsehgewalt und der Aggressivität von
jugendlichen Randgruppen. Problematisch an dieser Untersuchung ist das
zugrundeliegende Wirkungsmodell (SR-Modell), das die Fernsehgewalt als
direkten Stimulus einer Reaktion - also der gewaltsamen Austragung von
Konflikten - ansieht. Dieses Modell blendet jedoch das Lebensumfeld
der zur Gewalt neigenden Jugendlichen aus und so sehen andere Autoren
die Wirkungszusammenhänge komplexer: ein von strukureller Gewalt
geprägtes Lebensumfeld läßt die Jugendlichen zu den
Medien greifen, die diese Erfahrung von Gewalt thematisieren. So sind
nach Patricia M. Greenfield Spiele mit gewalttätigem Inhalt nicht
von vornherein attraktiver als Spiele ohne Gewaltinhalt. Sie nennt die
Zielgerichtetheit und die Kom- plexität des Spiels als für
die Beliebtheit entscheidenden Faktoren. |